Exhibition

Mar 22, 2017May 13, 2017 · Galerie Tanit, Munich

Back to the 70s and 80s

Group Show

Bereits in ihren Anfängen, nach der Gründung im Jahr 1972 in München, zeigte die Galerie Tanit namhafte Künstler der damaligen Avantgarde, die mittlerweile zu den international etablierten Namen im Kunstbetrieb gehören. 1976 wurden die Arbeiten Michael Heizers in einer Einzelausstellung des Amerikaners, einem der wichtigsten Vertreter der Land Art, gezeigt. Drei Jahre später, 1979, folgte die Einzelausstellung „Roads and Paths“ des englischen Künstlers Hamish Fulton, der von Anbeginn seines Werkes die Dokumentation seiner Wanderungen zum Thema seiner Arbeit machte. Der Beginn des ökologischen Bewusstseins zu dieser Zeit, gepaart mit dem Interesse an überlieferten kulturellen und spirituellen Traditionen, begann die junge Künstlergeneration zu prägen. So auch Michelle Stuart, die Erdfarben und andere organische Stoffe für Ihre Arbeiten und Installationen verwendete. 

Nam June Paik, Pionier der Medienkunst, begann damals mediale und bildnerische Elemente zu verbinden. Östliches Denken und westliche Avantgarde, Impulse aus Musik und bildender Kunst, technischer Fortschritt und ironischer Kritik daran verbanden sich in seinen Arbeiten. Er begann in den frühen 1960er Jahren verschiedene Medien wie Video und Fernsehen zu Objekten, Installationen, performances, Bildern etc. zu verarbeiten. Eines anderen Mediums, der Fotografie, bediente sich Michele Zaza, 1948 in Apulien geboren. Als Teilnehmer der Biennale Venedig und der Documenta 6 und 7 in Kassel stellte er über Selbst-Inszenierung und –Reflexion den Menschen mit seiner persönlichen Ikonographie und Identität in den Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit.  Letzteres ein Thema, das die Kunst zu dieser Zeit neben der mehr oder minder direkten Stellungnahme zu gesellschaftlichen und politischen Themen bewegte. Der Mensch, die Natur – wie in den Arbeiten von Julian Schnabel und Donald Sultan reflektiert - Gesellschaft und Politik spiegelten sich in vielen Bereichen der Kunst. Die geschwungenen Tropfenformen in den Arbeiten von Michael Farrell zeigen organische Formen, sind aber auch, wie in vielen seiner Werke zu sehen, eine Stellungnahme zum Nordirlandkonflikt und dem darüber vergossenen Blut.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Galerie war von Beginn an die minimal Art. Eine konzeptuelle Variante davon stellen die graphisch konturierten, zart farbigen Farben Arbeiten von Robert Mangold dar. Olivier Mosset, Teil des minimalisten Kollectivs BMPT zusammen mit Daniel Buren, Michel Parmentier, und Niele Toroni, zeigt in seinen Werken einen hard edge Minimalismus und verstand seine reduzierten Arbeiten immer als Kommentar von Malerei über Malerei. Auch das Bildvokabular von Stephen Antonakos erscheint minimalistisch, wobei er geometrische Formen in die Gestaltung von Lichtkunst mit dem Medium Neon überführt, wie auch Dan Flavin, François Morellet und Keith Sonnier. Er schuf geometrische Objekte und Installationen bis hin zu ganzen Räumen. Einzigartig war bei ihm die Verbindung dieser Elemente mit monochromen Gemälden, die er von hinten mit Neon beleuchtete und so Licht-Inszenierungen schuf.